4 comments on “Strategisches Gleis Trebsen

  1. Hallo Herr Reinhardt,
    heute habe ich mir die Hinterlassenschaften der Erdbaukompanie aus Walddrehna beim Besuch der Highland Games in Trebsen angeschaut. Ich bin erstaunt, wieviel von den Gleisanlagen noch vorhanden ist – wenn man ein Auge dafür hat. Von der Baumaßnahme habe ich in der Erdbaukompanie nur gehört, da ich erst nach der Fertigstellung zur Erdbaukompanie im November 1984 eingezogen wurde. Auf der Nerchauer Seite habe ich heute noch ein Eis gegessen und dort kannte keiner die Geschichte zum Gleis. Sie haben noch etwas Aufklärungsarbeit zu leisten.
    Manfred Oettrich/ EK 86/1

    • Besten Dank für die Rückmeldung Herr Oettrich! Und sehr schön, daß Sie sich Zeit genommen haben für die Historie. Das ist ja heute nicht mehr selbstverständlich, wie Sie ja selbst erlebt haben. Trotz der Veröffentlichung dieses Berichtes in der regionalen Tageszeitung und hier auf meiner Webseite gibt es ja anscheinend noch viele Leute in der Region, die das wohl nicht kennen 😉 Aber schließlich ist es ja auch nur ein Angebot zur Aufarbeitung und Aufklärung und dies muss man auch selbst wollen. Viele Grüsse!

  2. Hallo Herr Reinhardt,

    schön, dass Sie sich der Sache mit dem Sonder Gleis angenommen haben.
    Gestern war ich auf einer kleinen Erkundungsreise rund um Trebsen.

    Ich war von März 1984 bis Oktober 1984 bei dieser Baumaßnahme als Soldat direkt involviert. Habe durch Zufall bei meiner Recherche den ehemaligen Fahrdienstleiter vom Bahnhof Trebsen ( 80 Jahre) angetroffen und konnte ein paar Worte mit ihm wechseln. Er konnte sich noch gut an die damaligen Aktivitäten der NVA erinnern.

    Den ehemaligen Trassen Verlauf konnte auch ich noch gut nach vollziehen.

    Ich war damals in der Instandhaltung und als Tankwart auf dem provisorisch eingerichteten Fahrzeugpark eingesetzt.

    Einige wenige Fotos habe ich noch finden können. Leider nicht sehr aussagekräftig, da das fotografieren beim Militär streng verboten war.

    Warum wir diese Trasse damals gebaut haben hat uns niemand erklärt…Militärgeheimnis !!!

    Wir wussten aber von den Aussagen der Nerchauer Bürger unter vorgehaltener Hand, dass es für den sogenannten Ernstfall mit dem Klassenfeind von strategischer Wichtigkeit sein würde. Denn auf der Nerchauer Seite befand sich angeblich eine Munitionsfabrik von der Sowjetarmee.

    Das Eisenbahn Bauregiment Walddrehna hatte schon im Jahr 1983 mit der Erdbau Kompanie mit den Arbeiten in Trebsen begonnen. Im Ernstfall sollte ein Brückenschlag über die Mulde mit den Eisenbahn Baupionieren erfolgen.

    Im Sommer 1984 wurde die gesamte Kompanie abgezogen zu einem Brückenschlag über die Elbe zwischen Dommitzsch und Prettin. Die Vorbereitungen dauerten geschätzte 14 Tage. Aufbau der beiden Wiederlager. Der Brückenschlag an sich dauerte schön gerechnet 36 Stunden. Als dieser Spuk vorbei war, waren wir alle froh wieder nach Trebsen umsetzen zu dürfen. Denn mittlerweile hatten wir uns an die Arbeit am Gleisbett gewöhnt, viele Bekannte und Freunde in der Umgebung und der Tag der Entlassung rückte auch immer näher.

    Ich könnte hier noch über einige lustige Geschichten berichten….wie z.B. Aussage Soldat ( Vermesser ) an Unterleutnant….also wenn Sie mich fragen, dann verläuft die Trasse 2,5 m aus der Achse. Antwort….die Achse stimmt…weitermachen….3 Tage später musste alles wieder mit viel Aufwand verschoben werden. Uns war es mehr oder wenig egal, für uns war es einfach nur gediente Zeit.

    Sollte ich Ihre Neugier geweckt haben, können Sie mich gern kontaktieren. Sollten Sie in Trebsen oder Umgebung wohnen, können wir uns auch gern mal persönlich treffen.

    Viele Grüße aus Limbach- Oberfrohna

    Volker Schuhmann

    • Hallo Herr Schuhmann,

      vielen Dank für diese sehr spannenden Anmerkungen! Und natürlich habe ich weiteres Interesse an den Erinnerungen eines Dabeigewesenen. Auch an den Fotos, seien sie auch noch so heimlich aufgenommen 😉 Sollten Sie wieder einmal nach Trebsen kommen, können wir gern mal darüber reden, bei einem Bier? Meine Mail-Adresse (für eine Vorab-Info) steht im Impressum.

      Viele Grüsse und bleiben Sie gesund!
      Dirk Reinhardt

      PS: Eine sowjetische Munitionsfabrik auf Nerchauer Seite ist mir nicht bekannt, es dürfte sich mit allergrößter Wahrscheinlichkeit um das Altenhainer Munitionslager handeln. Darüber können Sie auch hier auf meinen Seiten etwas lesen.

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